Otto Feick und Turnerin (c) www.rhoenradfun.de

Die Geschichte des Rhönradturnens

Ein kleiner Junge rollt in zwei miteinander verbundenen Fassreifen einen Berg hinunter...

Ein wohl eher merkwürdiger Zeitvertreib für ein Kind Anfang des 20. Jahrhunderts. Doch so war der Weg geebnet für eine der wohl außergewöhnlichsten Erfindungen in der Geschichte des Turnens!

Otto Feick, 1890 als Sohn eines Schmieds geboren, perfektionierte seinen Kindheitstraum während seiner Haft in Mainz. Auf der Flucht vor den französischen Besetzern nach dem ersten Weltkrieg zog es den gebürtigen Pfälzer nach Schönau a.d. Brend.

Dort arbeitete er als Schlosser und Eisenbahner und entwickelte 1924 das erste Rhönrad, welches seinen Namen der bayrischen Rhön, in der das Städtchen Schönau liegt, verdankt.

1925 ließ Otto Feick sein Turngerät patentieren. Allerdings wurde der Name "Rhönrad" erst ein Jahr später geschützt und eingetragen.

In den folgenden Jahren zog Otto Feick mit einer Truppe ausgewählter Sportler quer durch Deutschland, England, Frankreich und die USA, um sein Rad zu präsentieren. So kam es, dass sich die ersten Rhönradabteilungen bildeten.

1930 fand in Bad Kissingen das erste internationale Rhönradturnier statt.

Aufgrund des zweiten Weltkrieges geriet das Rhönrad mehr und mehr in Vergessenheit. Erst beim Deutschen Turnfest 1958 in München hatte es, dank einer eindrucksvollen Präsentation sein Comeback. Von nun an gewann das Rhönrad an Popularität, vor allem in den deutschen Sportvereinen.

Seit 1959 untersteht das Rhönrad dem Deutschen Turnerbund. Durch die Festlegung von eigenen Wertungsbestimmungen konnten 1960 die ersten Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften stattfinden.